8. Collenberger Jagdturnier 2010

Collenberg. Jedem bekennenden Bogenschützen dürfte dieser Ort mehr als bekannt sein. Nicht nur, dass sich dort ein liebevoll gestellter wunderschöner Parcours befindet, nein, auch das Jagdturnier ist ein Begriff. Für mich war es dieses Jahr das 1. Mal, dass ich dabei sein durfte. Das Turnier war innerhalb von 2 Stunden ausgebucht!!! Ich hatte schon viel von diesem Turnier gehört und scheute daher auch nicht die weite Anreise (2,5 h Fahrt) am Vorabend, um meinen eigenen Eindruck zu gewinnen. Ich war also mehr als gespannt.

Um 8:30 Uhr war ich bereits vor Ort, stellte mein Gerödel ab und besorgte mir nach der Anmeldung erstmal einen Kaffee zum Aufwärmen. Es war schweinekalt. Mit Kaffee bewaffnet stellte ich mich dann an das Lagerfeuer. Dort traf ich die ersten FAler Achim und Martin auf ein kurzes Hallo und Pläuschen. Der Platz vor dem Schützenhaus füllte sich zunehmend und ich beobachtete etwas das bunte Treiben. Nach dem Kaffee ging ich zum Einschießplatz hinter dem Schützenhaus, um mich warm zu schiessen, bis wir gerufen wurden. Kurz nach 9 Uhr gab es dann eine Begrüßung u.a. durch den Bürgermeister. Danach wurden die Gruppen ihren Guides zugeordnet und wir marschierten los.

Die Bogen standen Spalier in Reih und Glied

Begrüßung durch den Bürgermeister

Nach einem ca. zwanzigminütigen schweißtreibenden Marsch bergan über Streuobstwiesen war meine Gruppe 23 an ihrem Ziel angekommen. Eine Hirschfamilie erwartete uns am Waldrand. Ziel um Ziel kämpften wir uns voran. Geier, Hasen, sogar ein Saurier warteten auf uns.

Thomas, den Saurier fest im Blick

Auf unserem Weg nach unten in Richtung Schützenhaus, unserer 1. Dopingstation, gab es einen interessanten Weitschuß auf ein Bison, welches über einen "Taleinschnitt" hinweg am gegenüberliegenden Hang stand. Eine interessante Sache. Hatten wir bisher Ziele, die eher in jagdlichen Entfernungen standen, so mußte man jetzt sein Können auch auf weiten Entfernungen unter Beweis stellen. Ich verschätzte mich prompt und brauchte 3 Pfeile. Ein echter Frust, zumal ich solche Schüsse eigentlich liebe. Aber keiner aus meiner Gruppe hatte bei diesem Ziel so richtig Glück. Egal, Abhaken und zum nächsten Ziel. Dem Murmeltier. 1000 Mal geschossen, aber was macht Jürgen??? Kill auf dem 3.Pfeil. Peinlich! Nochmal Abhaken und weiter. Beim Wolf danach ein Kill auf dem 1.Pfeil und alles passte wieder. Dann war erstmal Pause angesagt. Ich bestellte mir an der Dopingstation 2 Paar "Collenberger Scharfe". Was war das?? So richtig konnte mir, als "Ausländer", der Kollege an der Kasse nicht erklären, was das genau sei. Na gut, man ist ja aufgeschlossen und experimentierfreudig. Es stellte sich heraus, dass es eine Art scharfe Debriziner waren, die kurz angebraten wurden. Geschmacklich sehr gut und sehr zu empfehlen. Während ich mich über meine Würste hermachte, versuchte Thomas am Tisch "ein A...geweih" zu fotografieren, welches er entdeckt hatte. Allerdings ohne Glück. Noch kurz einen Zigarillo und ein Pläuschen mit Manfred von Ma-Rei, der mir seine neueste Kreation, einen verstellbaren Schießhandschuh, zum Testen überließ (Bericht folgt noch, lieben Dank Manfred), und dann ging es weiter. Was nun an Zielen kam, war nicht von schlechten Eltern. Ich war tief beeindruckt. Die Collenberger hatten sich wirklich was einfallen lassen, um es uns so richtig schwer zu machen. Bestes Beispiel, der Schuß auf den Luchs durch eine "Schießscharte" aus Bäumen und Ästen. Aber seht selbst.

Durch diese "hohle Gasse" (Das kleine Loch links vom Schützen) mußte der Pfeil

Auch diesen Schuß gemeistert und weiter ging es über den inzwischen von Bäumen zugewachsenen ehemaligen Weinberg. Nur noch Reste von Terrassenanlagen und Steinmauern wiesen darauf hin, dass hier mal Weinbau betrieben wurde. Als wir wieder im Tal waren und uns in Richtung Bachlauf bewegten, traute ich meinen Augen nicht. Wer saß denn da mitten auf der Wiese unter einem Sonnenschirm? Schon wieder eine Dopingstation?? Beim näheren Betrachten konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Man hatte eine angelnde Puppe unter einen Schirm gesetzt und daneben warteten gierig die Reiher auf ihre Beute. Ein klasse Szenario.

Der besagte Angler - einfach super

Im Bach waren übrigens 2 Kästen mit gekühlten Getränken vorbereitet. Bei diesen Temperaturen, es waren um die gefühlten 24 Grad, eine willkommene Erfrischung. Top!!! Aber ich sollte aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Wir bewegten uns dem Bachlauf entlang durch das Tal und kamen schließlich zu einer Suhle, wo sich eine Rotte aus (ich glaube 12!) Wildschweinen suhlte. Ein affenstarkes Bild. Ideal, um ein Gruppenbild zu machen.

Gruppenbild mit Dame inmitten der Wildschweinrotte
(v.l.n.r. Holger, Doris, Ich (stehend!), Frank, Robin, Thomas)

Zwischendurch mußten noch diverse Tiere, wie Echsen oder Baumschlangen, etc. erlegt werden. Alles beindruckende Schüsse. Einfach passend in die Landschaft gestellt. Toll.


Eines meiner Lieblingsziele war aber der stehende Bär. Geschätzte 30m bergab über einen Bach hinweg. Hört sich leicht an, war es aber nicht. Ich musste als Erster ran. Also konzentriert, ausgezogen und Kill! Ein befreiendes YES verließ meine Lippen. Anerkennendes Schulterklopfen der Anderen war meine Belohnung.  Was für die Fairniss und Stimmung in der Gruppe sprach. Wow. Aber seht selbst.


Beim anschließenden Photoshooting verzeihte mir der Bär dann das Kill und ließ sich von mir liebevoll umarmen. Man beachte übrigens unten das "Frauenkill", das allerdings von einem Mann geschossen wurde. Wer, wird nicht verraten. Zwischendurch gingen mir die Trinkvorräte aus und ich füllte meine Flasche mit kühlem Wasser aus dem Bach aus, welches herrlich erfrischend und wohlschmeckend war. Das nur so am Rande. Die Überraschungen nahmen kein Ende. Wieder in den Wald hinein, standen wir plötzlich vor einer riesigen Spinne. Eine unheimliche Szene.

Das riesige Spinnennetz

So langsam machte sich aber bei uns auch die Müdigkeit breit. 35 Ziele an einem Tag auf eine Parcourslänge von ca. 6 km bei über 20 Grad sind auch nicht ohne. Zum Glück näherten wir uns der 2. Dopingstation "Willi's Hütte", um noch mal Kraft für die letzten Ziele zu tanken. Wieder am Schützenhaus angekommen, traf ich dann noch weitere FAler und andere Bekannte. Alle waren irgendwie von diesem anstrengenden Turnier gezeichnet. Kurz mein Gerödel weggepackt und dann noch auf die Siegerehrung warten. Nach 1 Stunde standen dann die Ergebnisse fest. Für mich sprang am Ende ein 10.Platz von 57 Teilnehmer in meiner Klasse heraus, mit dem ich hoch zufrieden war. Natürlich hätte man den einen oder anderen Schuß besser machen können, aber was soll's. Es hat einfach riesigen Spaß gemacht und das zählt.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Collenbergern für ein super tolles Turnier bedanken und  natürlich bei meiner Gruppe 23. Es hat Spaß gemacht mit euch zu schiessen. Hoffentlich schaffe ich es im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Collenberg ist allemal eine Reise wert und es war eines der schönsten Turniere, die ich bisher geschossen hatte. Lieben Dank dafür.

Bis dahin.
Euer Jürgen




Dienstag, 27. April 2010

Rodaer Jagd 2010

Wie im letzten Jahr, so richtete der BSV Centaurus auch dieses Jahr sein Turnier die "Roadaer Jagd" aus. Ein wirklich schön gestelltes Turnier sollte mich bei herrlichem Sonnenschein erwarten. Verwöhnt durch das Turnier 2009 war ich gespannt, welche kniffligen Aufgaben mich diesmal erwarteten.

Erstmal Schlangestehen für die Anmeldung

Auf dem Weg zum 1. Ziel sah ich dann schon einige der Aufgaben, die auf mich warteten. Vorallem der Bär im Dickich, ein steiler Bergabschuß. Von unten gesehen machbar, aber als ich später den Pflock sah, hmmmm. Dazu später mehr.

Irgendwas war immer im Weg, entweder Gestrüpp oder Äste

Die Wegstrecke war in etwas die Gleiche, wie letztes Jahr, ein Teil Wiesenrunde, ein Teil Waldrunde. Anstrengend allemal, besonders die steilen Waldpassagen. Die Dopingstationen war sehr willkommen und gut plaziert.

Zwischendurch wurde auch gevespert

An der 2. Dopingstation wartete auf uns der legendäre Schuß vom "Pferd". Von mir liebevoll "Mr. Ed" getauft, weil es, nachdem ich ihm meinen Hut aufgesetzt hatte, genauso aussah.
Lea beim Schuß vom "Pferd"

Danach ging es wieder auf den letzten Teil der Wiesenrunde. Auch sehr schöne Ziele, aber kommen wir zum Bären. Ein an sich sehr schöner Schuß, aber warum müssen die Pföcke direkt an einem Baum gestellt werden, der an einem Steilhang steht, auf dem man kaum Halt hat. Egal welche Verrenkungen man machte, man konnte kaum einen sicheren Stand einnehmen. Zudem waren die Pflöcke so nah am Baum, dass für die Wurfarme kaum Platz zum Freischwingen war. Somit war vorprogrammiert, dass die Wurfarme an den Baum schlagen, was zu Schäden an den Wurfarmen führen kann. Liebe Rodaer, das könnt ihr besser, was ihr durch die 29 anderen Ziele sehr gut bewiesen habt. Bitte versteht das als gut gemeinte Kritik.

Alles im Allen ein sehr schönes Turnier, zu dem ich nächstes Jahr bestimmt wieder komme.

Nach dem Turnier machte ich mich dann direkt auf den Weg nach Collenberg zum nächsten Turnier an diesem Wochenende. Bericht folgt in Kürze.

Euer Jürgen

Montag, 26. April 2010

Ankündigung - 4. Oberfrankenstammtisch ....

.... und alle, die sich dazuzählen

Diesmal findet der 4. Oberfrankenstammtisch in Landkreis Hassfurt statt.


Termin: 16.04.2010
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Gaststätte Göller in Zeil - reserviert für ca. 10 Personen (auf Erich Krapf)

Anfahrtsbeschreibung:
Anfahrt zum Produktionsbetrieb, Brauereigasthof und Biergarten in der Speiersgasse:
Sie fahren die A 70 bis zur Ausfahrt Knetzgau. Dann Richtung Zeil am Main weiter bis Sie auf die B 26 stoßen. Dort biegen Sie rechts ab und fahren auf der B 26 bis zum Kreisverkehr. Dort biegen Sie an der zweiten Ausfahrt rechts ab und fahren die Hauptstrasse entlang am Stadtturm vorbei. Nach ca. 150 m erreichen Sie den Marktplatz. Sie biegen dort links ab und fahren am Brunnen vorbei in die Speiersgasse. Das letzte Haus auf der linken Seite ist die "Alte Freyung".

Anmelden können sich FAler hier: Oberfranken und was sich dazu zählt - Treffen
Nicht-FAler sind auch herzlich willkommen.


Also Frauen und Männer. Ich hoffe auf eurer zahlreiches Erscheinen.

Euer
Jürgen

Samstag, 10. April 2010

Osterausflug mit der Familie nach Alfeld

Meine Familie und ich hatten am Wochenende kurzfristig beschlossen einen Osterausflug nach Alfeld auf den Parcours zu machen. Das Wetter lud ein und so machten wir uns am Vormittag auf  zum BowVision-Parcours nach Alfeld. Nach ca. 1,5 h Autobahn kamen wir ohne uns zu verfahren am Einschießplatz an. Auf dem Parkplatz stand schon einige Autos und ich hoffte, wir kommen ohne Stau durch den "nur" 3-Km langen, aber mit 30 Zielen bestückten, Parcours. Also Gerödel ausgepackt und erst mal zum Einschießen an die Scheiben. Dort trafen wir Jürgen aus Regensburg, der sich spontan unserer kleinen Gruppe anschloß. Nach ein paar schönen Gruppierungen meinerseits ging es dann auf den Parcours. Ich war gespannt, denn die Bilder im Internet und die diversen "Lagerfeuererzählungen" anderer Bogenschützen versprachen einen abwechslungsreichen und schweren Parcours. Mein Bruder Roland war das 1. Mal auf einem Parcours und das gerade mal nach einer 1-tägigen Intensiveinführung im Bogenschiessen (3 Stunden auf dem Trainingsplatz) durch mich. Wie würde er abschneiden? Ich hatte mir Schußzettel aus dem Internet ausgedruckt, sodaß wir alles dokumentieren konnten. Dagmar war nach einem halben Jahr Winterpause auch wieder dabei und freute sich ebenso frische Parcoursluft zu schnuppern. Die ersten Ziele waren moderat und sehr gut zu bewältigen. Mein 1. Eindruck durchweg positiv, vorallem wie die Tiere teilweise in die felsige Landschaft eingegliedert waren, so als gehörten sie genau dorthin.

Roland beim Schuß auf die Wildschweinrotte

Zwischendurch trafen wir andere Parcoursbesucher, aber der erwartete Stau blieb aus. Regelrechte Volksfeststimmung verbreitete eine Familie mit ihren Kindern, wo jeder Treffer von der gesamten Familie mit lauten Jubeln gefeiert wurde. Die richtige Motivation für Kinder, wie ich finde.

Weiter ging es für uns bergauf und bergab durch den Parcours. Wie ich schon sagte, eine beeindruckende Waldlandschaft mit vielen Felsengruppen, wo sich tolle Schüße ergaben.

Jürgen II beim Schuß auf den Dammhirsch. Sehr gut zu sehen das wechselnde Licht- und Schattenspiel

Meine Wenigkeit beim "Aufmunitionieren" und beim Schuß

Auch Dagmar stellte ihr Können beim Hirsch unter Beweis

Nach dem Dammhirsch wartete der laufende Keiler auf uns, der, an einem Drahtseil befestigt, den Berg nach unten "raste". Nicht leicht, aber machbar. Weiter ging's. Plötzlich brach aus dem Gebüsch ein Stegosaurus. Wir waren mit einem mal Millionen Jahre zurückversetzt. Was war passiert??? Gab es einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum? Oder eine Subraumanomalie??? Wir werden es nicht erfahren. Im Kampf mit dem Stegosaurus blieben wir Sieger und konnten somit weiter unseres Weges ziehen. Allerdings nun mit einer gehörigen Portion Wachsamkeit. Bilder vom Stegosaurus gibt es leider nicht. Wer macht schon im Überlebenskampf zwischen Mensch und Dino noch Bilder. Wie durch ein Wunder fanden wir wenig später wieder in unsere Zeit zurück und wir standen wahrlich vor einem Berg von Aufgaben. Aber zuerst beäugten uns mißtrauisch 2 Steinböcke vom Felsen herunter.

Dagmar, den Steinbock fest im Blick

Den Berg erklommen machten wir erstmal Pause und über die mitgebrachten Brötchen her. Bei einem Zigarillo schaute ich mir dann die nächsten Aufgaben an, die es zu bewältigen gab. Es tummelten sich unterhalb des Plateau Ratten, Kojoten und Wildschweine. Eine Herkulesaufgabe also. Na gut. Das "Besteck" zurechtgemacht und losging die Jagd. Erst die Ratten, die sich über einen Gänsekadaver hermachten, dann die Wildschweine und zum Schluß die Kojoten. Zum Glück hatten wir genügend Pfeile dabei. 

So langsam näherten wir uns dann auch schon dem Ende. Der Himmel bewölkte sich und es wurde langsam kalt. Wir beschlossen daher den schönen Tag zu beenden. Wir verabschiedeten uns von Jürgen II und machten uns auf den Heimweg mit einem kurzen Zwischenstopp auf eine Brotzeit in Loffeld am Fuße des Staffelberges. Insider dürfte dieser Ort ein Begriff sein. Bei einem Glas Bier ließen wir den Tag nochmal Revue passieren. Mein Bruder Roland konnte mit seinen 184 Punkten sehr zufrieden sein. Auch Dagmar hatte die Winterpause gut überstanden und machte 252 Punkte. Ich allerdings war mit meinen 430 Punkten alles andere als zufrieden, zumal ich bei den Kojoten nebst Pfeilbruch auch noch eine Fahrkarte geschossen hatte. Abhaken.

Fazit: Sehr schöner liebevoll gestellter Parcours. Sehr zu empfehlen.

Wen es interessiert, hier der Link zur Internetseite: BowVision Parcours in Alfeld

Dienstag, 6. April 2010

 
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