1. 3D-Sport des TBVD am Edersee

Mit Spannung freute ich mich auf die 3D-Sport des TBVD am Edersee. Es war die erste Meisterschaft des neuen Verbandes und ich erwartete ein perfekt organisiertes und herausforderndes Turnier. Schließlich stellt ein Verband mit seiner ersten Meisterschaft ja eine Art Visitenkarte aus und man will ja den anderen Verbänden zeigen, was man kann. Die Funktionäre sind zudem alles alte Hasen aus einem anderen Verband und meine Erwartungshaltung an dieses Turnier war dementsprechend hoch. 

Allerdings machte sich bereits nach einem Tag so etwas wie Ernüchterung breit. Die Ziele waren nur "selektiv weit gestellt" (Zitat eines Verantwortlichen). Wenn aber der Anspruch einer 3D-Sport der ist, dass man einfach alles nur weit und sehr weit stellt, ohne Rücksicht auf Tierkategorien (Killgrößen) zu nehmen, dann verliert man sehr schnell die Freude am Turnier. Teilweise kaputtgeschossene Ziele trugen ihren Teil bei. Einige Schüsse waren, was die Sicherheit betrifft, äußerst grenzwertig. Keine Backstops (Pfeile flogen bei Rückenabprallern fast bis auf die Straße) bzw. wenn Netze gespannt waren, dann waren sie ziemlich nutzlos. Sowas darf nicht sein. Die Ziele waren alle vom ständigen Parcours, es hat lediglich eine abweichende Bepflockung gegeben. Ferngläser sind laut Sportordnung nicht erlaubt, was ok ist, aber man durchaus differenziert sehen kann. Ich erwarte dann aber, wenn schon Bildtafeln aufgestellt werden, zumindest Tafeln mit korrekten Abbildungen und erkennbarer Killzone am Abschlußpflock. Die Tafeln hatten aber mit der Wirklichkeit meist nichts gemein. Die Bildqualität war so miserabel, dass man kaum was erkennen konnte. Man hatte den Eindruck, es wurde alles in einer Nacht- und Nebelaktion mal eben zusammengeschustert. Da stellt sich mir die Frage: "Was wurde in dem halben Jahr Vorbereitung, seit der Veröffentlichung der Ausschreibung, eigentlich gemacht?" Der Parcours bietet landschaftlich soviele Möglichkeiten. Warum wurden diese nicht genutzt?  Es gab Schußsituationen, die waren nicht weit, aber so tricky, dass man sie schwer einschätzen konnte. Warum nicht mehr davon? Das macht für meine Begriffe das Sportliche aus. Einfach nur weit stellen, ist einer Meisterschaft nicht würdig. Was kleine Vereine bei Spassturnieren an perfekten Parcouren auf die Beine stellen, sollte ein Verband allemal hinbekommen, oder? Ansonsten lief organisatorisch alles prima: Die Bogenkontrolle, das Briefing (nächstes Mal einen etwas ruhigeren Ort wählen) und das Catering. Ob jetzt Schießkladden nötig waren oder nicht, sei dahingestellt. Ich habe sie nicht vermisst. Eine perfekte Meisterschaft auszurichten, ist durchaus möglich. Die Österreich haben es mit ihrer EBHC dieses Jahr gezeigt.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich die Leistung aller Schützinnen und Schützen an diesen beiden Tagen auf keinem Falle schmälern möchte. Alle verdienen meinen Anerkennung und meinen Respekt für ihre Leistung.

Nächstes Jahr wird es im Mai eine 3D-Jagd geben und ich bin gespannt, wie dort die Organisation und der Parcours ist. Viele der Punkte oben, wurden in der Hauptversammlung angesprochen und ich hoffe die Funktionäre nehmen die gutgemeinte Kritik ernst und sorgen für Verbesserungen.

Der Artikel stellt meine alleinige Meinung dar, die aber durch viele Meinungen in den Gesprächen mit anderen Schützen an beiden Tagen gestützt wird.

Einen weiteren Artikel zur 1. 3D-Sport des TBVD findet ihr auf dem Blog von Timm. Ich hatte das Vergnügen ihn am 2. Tag in meiner Gruppe zu haben und wir hatten sehr interessante Gespräche. Danke auch an meine beiden Gruppen für zwei kurzweilige Tage,

Hier der Link zum Artikel von Timm: 3D-Sport des TBVD 2016 – Bowra Parcours Edersee 

Euer Jürgen 

Freitag, 7. Oktober 2016